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Georg Kolbe im Nationalsozialismus

Kontinuitäten und Brüche in Leben, Werk und Rezeption

Hrsg.: Elisa Tamaschke, Julia Wallner, Autor*innen: Magdalena Bushart, Ambra Frank, Christian Fuhrmeister, Jan Giebel, Arie Hartog, Christina Irrgang, Gesa Jeuthe Vietzen, Bernhard Maaz, Olaf Peters, Kathleen Reinhardt, Wolfgang Schöddert, Dorothea Schöne, Paula Schwerdtfeger, Aya Soika, Maike Steinkamp, Elisa Tamaschke, Anja Tiedemann, Julia Wallner (Gebr. Mann Verlag, dt./engl.)
2023 | 372 S. | 39 €

Die Publikation Georg Kolbe im Nationalsozialismus. Kontinuitäten und Brüche in Leben, Werk und Rezeption versammelt die neueste Forschung zum Wirken des Bildhauers Georg Kolbe (1877–1947) während des Nationalsozialismus. Das Buch erweitert die jüngsten Untersuchungen zu Künstlerbiografien im NS und deren oftmals bruchlosen Übergang in die Nachkriegszeit (z. B. Emil Nolde, Liste der „Gottbegnadeten“) und bedeutet einen Meilenstein, der die kunsthistorische Forschung zur Klassischen Moderne in Deutschland und zur Skulpturgeschichte dieser Zeit auf eine erweiterte Grundlage stellt.

Im Jahr 2020 gelangte nach dem Tod der Enkelin Georg Kolbes eine beträchtliche Menge bislang unbekannten Quellenmaterials aus Kolbes Nachlass an das Museum in Berlin. Dieser sensationelle Zugang von über 3.000 Briefen und Geschäftspapieren, darüber hinaus auch Kalendern der 1930er und 1940er Jahre und Notizbüchern, ermöglicht neue Erkenntnisse zu Kolbes Selbstvermarktungsstrategien, seinem Agieren am Kunstmarkt u.a. mit den Galerien Cassirer, Flechtheim und Buchholz in New York, seinem Umgang mit öffentlichen und privaten Aufträgen, zu Ausstellungsbeteiligungen und vielem mehr. Das Georg Kolbe Museum hat in der Folge im Dezember 2021 eine Gruppe herausragender Kunsthistoriker*innen eingeladen, sich dem gesamten Nachlass des Künstlers, vor allem aber den neuen Quellen, mit eigenen Forschungsfragen zuzuwenden. Im September 2022 fand die wissenschaftliche Tagung unter dem Titel „Georg Kolbe im Nationalsozialismus. Kontinuitäten und Brüche im Leben, Werk und in der Rezeption“ statt, auf der die Ergebnisse multi-perspektivischer Forschungen vorgestellt wurden. Nun liegt die Publikation der zum Teil nochmals erweiterten Beiträge vor: Sie verändern den kunsthistorischen Blick auf Kolbe, aber auch auf die Möglichkeiten des Kunstschaffens dieser Zeit. Viel stärker, als bisher dokumentiert war, hat Georg Kolbe sich den nationalsozialistischen Machteliten angedient.

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