herman de vries. how green is the grass?

Hrsg.: Julia Wallner, Fotini Mavromati; Autor*innen: Cees de Boer, Stephan Geiger, Sintje Guericke, Ulrich Mergner, Birgit Schneider, Julia Wallner
2020 | 120 S. | 9 €

Poetisch und radikal verfolgt herman de vries seit den späten 1950er-Jahren sein künstlerisch vielgestaltiges Werk, hingebungsvoll, beharrlich und mit allen Sinnen der Natur verschrieben. An den Wegrändern, auf Wiesen und im Wald spürt er als teilnehmender Beobachter ihren langsamen Prozessen der stetigen Veränderung nach, dem unhörbaren Fließen der Zeit. Das über Jahrzehnte ungebrochene Staunen über die betörende Vielfalt auch der unscheinbarsten Flecken Erde hält ihn wach, ebenso sein tief empfundener Respekt vor allem, was Spuren des Lebens in sich trägt. Der ordnende Eingriff für das entstehende künstlerische Werk ist minimal, die Beifügung von Materialien, die nicht der unmittelbaren, erlebten Natur entstammen, geringfügig. Wenn herman de vries die verwehten Blätter eines Kirschbaums an einem spätsommerlichen Nachmittag einmal in ihrer vorgefundenen Anordnung neben einer nach Größe, Farbe, Form und Versehrtheit sortierten Struktur zeigt, so entwickelt er daraus eine Möglichkeit, Ordnungen verschiedener und doch gleichrangiger Prinzipien aufzuzeigen. Mensch und Natur sind dann nicht mehr getrennte Entitäten. Kultur und Natur fallen in eins und sind nicht länger Gegenpole eines dichotomischen Weltbildes, das in unvereinbaren Gegensätzen denkt.

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